Nachruf: Hans-Jürgen Mahlitz
Von Dr. Stefan Winckler
Der Journalist Hans-Jürgen Mahlitz ist am 16. Februar 2026 verstorben. Er wurde 84 Jahre alt.
Dem Publikum der Zeitschrift NON NOBIS ist er spätestens seit Anfang 2018 bekannt. Seitdem war er fast in jedem Heft mit einem Artikel präsent. Ab 1982 hatte er sich als Journalist einen Namen über seine rheinländische Heimat hinaus gemacht, als er das konservative, CSU-nahe Deutschland-Magazin 16 Jahre lang leitete. Im Jahr 2000 übernahm er für fünf Jahre die Chefredaktion des „Ostpreußenblatts“ in Hamburg – also weit abseits seines Wohnsitzes in Oberbayern. Das Organ der Landsmannschaft Ostpreußen sollte verstärkt als konservative Wochenzeitung erkennbar sein und erhielt dazu den neuen Namen „Preußische Allgemeine Zeitung“.
Seitdem war Mahlitz noch zehn Jahre als Autor in der „Preußischen Allgemeinen“ und bis zuletzt mit seiner Webseite www.deutschland-direkt.de und in NON NOBIS weiterhin publizistisch tätig. Seine Artikel waren immer eine Bereicherung unserer Zeitschrift.
Was war das Besondere an ihm?
Geboren 1941 in Würzburg (wohin die Familie wegen der Bombenangriffe evakuiert war), erlebte er die 1950er Jahre als Schüler des Humboldt- Gymnasiums in Düsseldorf. Ausgestattet mit Latinum, Graecum und Hebraicum studierte er in Berlin, Bonn und Tübingen Evangelische Theologie und Politische Wissenschaften sowie als Gasthörer Physik. In Bonn wurde er auch Zeuge (und Gegner) der Studentenrevolte: dem Schreckbild utopischen Denkens, durchsetzt mit mangelnden Kenntnissen und Anmaßung bis hin zur linksextremistischen Gewalt.
Seinerzeit entschied sich Mahlitz für den Journalismus als Beruf (oder, in seinem Fall, als Berufung): 14 Jahre lang arbeitet er für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ als Nachrichtenredakteur, v.a. aber im Feuilleton über Wissenschaft, Technik und Musik. Kaum ein großes Popkonzert, das er in den 1970ern in Köln nicht besuchte!
Habe ich Hans-Jürgen Mahlitz jemals bei einer Bildungslücke „ertappt“? Nie. In politischen und zeitgeschichtlichen Themen zeigte er ein beispielhaftes Wissen, auch in biblischer und antiker Geschichte. Als Kant-Verehrer kam er schon mal auf Königsberg zu sprechen, und das Technik-Interesse war gerade in Bezug auf Kernkraft und Raumfahrt stets abrufbar.
Seine journalistischen Kontakte führten ihn v.a. mit Spitzenpolitikern der CDU/CSU der Ära Helmut Kohl, mit Wissenschaftlern und Autoren zusammen. So war Mahlitz der letzte Journalist, dem Franz Josef Strauß kurz vor seinem Tode ein Interview gab. Gerhard Löwenthal war ein Freund und Geistesverwandter.
In Bezug auf Essen und Trinken war der Gourmet Mahlitz in seinem Element, und wusste beispielsweise, wo es in Brüssel und Paris Hummer zu genießen gab. Überhaupt war er, zu dessen Bekannten auch der legendäre Koch Paul Bocuse zählte, mit Frankreich bestens vertraut . In der Bretagne hatte er längere Zeit ein Ferienhaus. Aus all dem lässt sich leicht schließen, dass er jede Menge Weisheiten und Anekdoten zu bieten hatte, die er mit einem feinen Humor genüsslich im Gespräch ausbreitete. Der Bildungsbürger par excellance war ferner Stammgast beim Lucerne Festival in der Schweiz, einer der bedeutendsten Veranstaltungen klassischer Musik überhaupt, und unterstützte das Antiquitätengeschäft seiner Frau auf Fachmessen.
© Stefan Winckler