Gustav Stresemann: Quellen und Literatur
Quellen
Der schriftliche Nachlass Gustav Stresemanns befindet sich im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes in Berlin. Ebenda befindet sich auch eine umfangreiche Sammlung von Presseausschnitten (Nachlass Konsul Henry Bernhard, ein enger Mitarbeiter Stresemanns), der Nachlass von Werner Freiherr von Rheinbaben (Chef der Reichskanzler, Delegierter beim Völkerbund), sowie Unterlagen der Presse-Abteilung, des Büros Reichsminister und des Büros Staatssekretär des Auswärtigen.
Das Bundesarchiv in Koblenz verfügt über Nachlässe von politischen Weggefährten Stresemanns wie z.B. von Reichsminister Hans Luther sowie über Unterlagen der Nationalliberalen Partei und der Deutschen Volkspartei, denen Stresemann in führenden Funktionen angehörte.
Als sehr nützlich dürften sich französische Archive erweisen: Stresemann, Gustav (1878-1929) (FranceArchives)
Quellen zu Stresemann sind teilweise online recherchierbar:
Wolfgang Elz (Hrsg. für die Stresemann-Gesellschaft): Gustav Stresemann: Reden. Online: Stresemann-Reden – FB 07 – Neueste Geschichte
Es handelt sich dabei um Reichstagsreden, Reden vor der DVP-Reichstagsfraktion, Reden vor Pressevertretern und mehr.
Kabinettsprotokolle der Regierungen Stresemann:
Die Entwicklung des Berliner Flaschenbiergeschäfts (Promotionsarbeit): https://www.gutenberg.org/files/33418/33418-h/33418-h.htm
Eine Zusammenstellung von Aufsätzen Stresemanns unter dem Titel Wirtschaftspolitische Zeitfragen aus den Jahren 1902 bis 1911: https://archive.org/details/wirtschaftspolit00stre/mode/1up
Stresemann: Das deutsche Wirtschaftsleben im Kriege. Leipzig 1915: https://archive.org/details/bub_gb_lhPTAAAAMAAJ/page/n8/mode/1up
Stresemann: Englands Wirtschaftskrieg gegen Deutschland (Der Deutsche Krieg. Politische Flugschriften, hrsg. von Ernst Jäckh, 36. Heft), Stuttgart, Berlin 1915: https://digi.landesbibliothek.at/viewer/image/AC07636101/
Bismarck und wir. Rede des Reichstagsabgeordneten Dr. Gustav Stresemann, Berlin, 1. April 1916. Berlin 1916: https://crispa.uw.edu.pl/object/files/21824/display/Default
Stresemann: Napoleon und wir. Vortrag vor dem Preußischen Abgeordnetenhaus von 1917: https://archive.org/details/bub_gb_LEZBAAAAIAAJ/mode/1up
Stresemann: Von der Revolution bis zum Frieden von Versailles. Berlin 1919: https://archive.org/details/bub_gb__LPRAAAAMAAJ/page/n2/mode/1up
Stresemann: Die Märzereignisse und die Deutsche Volkspartei. Berlin 1920:
In gedruckter Form liegt vor:
Karl Dietrich Erdmann/Martin Vogt: Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik, Die Kabintte Stresemann I und II/1923. Boppard a.R. 1978
Gustav Stresemann. Reden und Schriften. Hrsg. von Hartmuth Becker. Berlin 2008 (zuerst 1926)
Bereits 1932 erschien bei Ullstein unter dem Titel Gustav Stresemann Vermächtnis der politische Nachlass aus den Jahren 1923 bis 1929 in drei Bänden.
Aussagen von Mitarbeitern:
Henry Bernhard: Gustav Stresemann. Tatsachen und Legenden. In: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), Nr. 41/1959.
Im Anhang: Stresemanns „Kronprinzenbrief“, Niederschriften seiner Unterredungen mit dem sowjetrussischen Außenminister Tschitscherin und sein Aufsatz: Sicherheitspakt, Völkerbund und Ostfragen (1925)
Online: Gustav Stresemann Tatsachen und Legenden | APuZ 41/1959 | bpb.de
Hans Heinrich Redlhammer: Stresemann, Briand, Chamberlain. In: Josef Scheidel (Bearbeiter): Gustav Stresemann. Festschrift zur Wiedererrichtung des Stresemann-Ehrenmals in Mainz am 16. Oktober 1960. Mainz: Arbeitsausschuss für die Wiedererrichtung des Stresemann-Denkmals, 1960, S. 55-71
Die Aussagen des Sohnes:
Wolfgang Stresemann: Mein Vater Gustav Stresemann. München 1979
Fernsehgespräch von Walter Schmiding mit Wolfgang Stresemann, aus der Reihe Zeugen des Jahrhunderts, ZDF 1979: https://www.youtube.com/watch?v=DvV0WtRwaL0
Bild: Gustav Stresemann mit Ehefrau und Sohn. Letztes Foto, Sept. 1929. Quelle: Unbekannter Fotograf, CC BY-SA 3.0
Die Rundfunkreportage von Alfred Braun am 6. Oktober 1929 gilt zugleich als das älteste erhalten gebliebene Tondokument der deutschen Radiogeschichte. Abrufbar unter Älteste Radioreportage: Trauerzug für Gustav Stresemann 1929 - SWR Kultur
Literatur
Gustav Stresemann ist sehr gut erforscht.
Biografien:
Christian Baechler: Gustav Stresemann. Le dernier espoir face au nazisms. Paris 2023
Manfred Berg: Gustav Stresemann. Eine politische Karriere zwischen Reich und Republik. Göttingen 1992
John P. Birkelund: Gustav Stresemann. Patriot und Staatsmann. München 2003
Theodor Eschenburg/Ulrich Frank-Planitz: Gustav Stresemann. Eine Bildbiographie. Stuttgart 1978
Walter Görlitz: Stresemann. Heidelberg 1947
Felix Edward Hirsch: Stresemann. Ein Lebensbild. Northeim 1978
Eberhard Kolb: Gustav Stresemann. München: C.H. Beck, 2003
Kurt Koszyk: Gustav Stresemann. Der kaisertreue Demokrat. Eine Biographie. Köln 1989
Marshall Lee/Wolfgang Michalka (Hrsg.): Gustav Stresemann. Darmstadt 1982
Hubertus Prinz zu Löwenstein: Stresemann. Das deutsche Schicksal im Spiegel seines Lebens. Frankfurt 1952
Karl Heinrich Pohl: Gustav Stresemann. Biografie eines Grenzgängers. Göttingen 2015
Jonathan R. C. Wright: Gustav Stresemann 1878-1929. Weimars größter Staatsmann. München 2006 (zuerst Oxfort 2002)
Rudolf Olden: Gustav Ernst Stresemann. Berlin 1929 (Nachdruck Hamburg 2017)
Spezielle Fragestellungen:
Georg Arnold: Gustav Stresemann und die Problematik der deutschen Ostgrenzen. Frankfurt: Lang, 2000
Constanze Baumgart: Stresemann und England. Köln 1996
Manfred Berg: Gustav Stresemann und die Vereinigten Staaten von Amerika. Wirtschaftliche Verflechtung und Revisionspolitik 1907-1929. Baden-Baden 1990
Karl Dietrich Erdmann: Gustav Stresemann. Sein Bild in der Geschichte. In: Historische Zeitschrift (HZ), Bd. 227 (1978), S. 599-616
Hans W. Gatzke: Stresemann und Litwin. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte (VfZ), Heft 1 (1957), S. 76-90
Ewald Grothe/Walther von Kieseritzky: Vernunftrepublikaner, Reichskanzler, liberaler Außenminister. Das Staatsverständnis Gustav Stresemanns (Reihe Staatsverständnisse). Baden-Baden 2025
Ulrich Lappenküper: Gustav Stresemann – Erinnerungen an einen ambivalenten Staatsmann. Online: https://www.bismarck-stiftung.de/2023/08/17/gustav-stresemann-erinnerungen-an-einen-ambivalenten-staatsmann/
Andreas Rödder: Gustav Stresemann und die Perspektive der Anderen. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Ausgabe 18-20 (2018). Online: Gustav Stresemann und die Perspektive der Anderen | Weimarer Republik | bpb.de
Josef Scheidel (Bearbeiter): Gustav Stresemann. Festschrift zur Wiedererrichtung des Stresemann-Ehrenmals in Mainz am 16. Oktober 1960. Mainz: Arbeitsausschuss für die Wiedererrichtung des Stresemann-Denkmals, 1960
Annelise Thimme: Gustav Stresemann. Legende und Wirklichkeit. In: Historische Zeitschrift (HZ), Bd. 181 (1956), S. 287-338
Werner Weidenfeld: Die Englandpolitik Gustav Stresemanns. Theoretische und praktische Aspekte der Außenpolitik. Mainz 1972
Es bedarf wohl keiner Erwähnung, dass Stresemann in Veröffentlichungen über die Weimarer Republik im allgemeinen, über die Außenpolitik in Europa der 1920er Jahre, und die Deutsche Volkspartei im Besonderen ausführlich beschrieben ist.
Fachvereinigung: Stresemann-Gesellschaft (www.stresemann-gesellschaft.de)
Die Stresemann-Gesellschaft e.V. in Mainz, gegründet 1955, verfolgt die Ziele,
das Andenken an Stresemann zu pflegen,
das Verständnis für die Außen- und Europapolitik zu fördern,
die Stresemann-Gedenkstätte in der Mainzer Staatskanzlei zu betreuen und zu verwalten
Personen, die sich um die genannten Ziele verdient gemacht haben, auszuzeichnen.
Höhepunkt des Vereinsjahres ist die Jahreshauptversammlung, an die sich die Stresemann-Rede anschließt: Ein Wissenschaftler, Politiker oder Journalist erörtert die Frage, was Stresemanns Handlungsmaximen für das 21. Jahrhundert bedeuten. Mehr darüber: Stresemann-Rede – Stresemann-Gesellschaft e.V. Z.B.: Rödder über das Dilemma der Sicherheitsordnung von 1990 – Stresemann-Gesellschaft e.V.
Die Stresemann-Werkstätten führt alle zwei bis vier Jahre junge Teilnehmer der Geisteswissenschaften und Politikwissenschaften zusammen, um in zwei- bis dreitägigen Veranstaltungen Themen der jüngeren Zeitgeschichte und Gegenwart zu erörtern. Ort ist der Stresemann-Saal in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei.
Die Stresemann-Foren bringen renommierte Wissenschaftler und Publizisten zu Podiumsgesprächen über die Außen- und Europapolitik zusammen.
Auf der Webseite der Stresemann-Gesellschaft sind zahlreiche Texte aus den Jahren seit 1983 nachlesbar: Was uns bewegt – Stresemann-Gesellschaft e.V. Einordnungen und Erklärungen fügen sich zu einer Chronik der Stresemann-Gesellschaft zusammen.
Aufschluss über Stresemanns Denken und Wirken bieten die zehn Expertengespräche im Umfang von ca. 20 bis 60 Minuten, die hier abrufbar sind: Unser Podcast – Stresemann-Gesellschaft e.V.
Vorsitzende der Stresemann-Gesellschaft sind Prof. Dr. Andreas Rödder (Neueste Geschichte, Mainz) und Dr. med. Thomas Christ (Ritter vom Heiligen Grab und ehemaliger Stadtrat in Schorndorf). Die Mitgliederzahl beläuft sich auf etwa 1160. Die Vereinigung ist überparteilich. Sie dient nicht der Gewinnerzielung.