Stefan Winckler
Historiker und Buchautor

© Stefan Winckler

Vorstellung meiner Promotionsarbeit im Fach Neuere Geschichte (2011)


Am Anfang von Gerhard Löwenthals politischer Entwicklung stand die doppelte Erfahrung des Totalitarismus: nach dem persönlichen Erleiden des Nationalsozialismus mit seinen Demütigungen, der Diskriminierung aus sog. „rassischen“ Gründen und v.a. der über Jahre anhaltenden Gefahr, deportiert oder gar ermordet zu werden, und nachfolgend wegen der immer totalitärer werdenden Politik der UdSSR und der SED in Berlin fühlte sich Löwenthal berufen, gezielt für den demokratischen Verfassungsstaat einzutreten, diesen gegen seine Gegner zu verteidigen und für ihn zu werben. Die unerwartet gute politische und wirtschaftlich-soziale Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erleichterte Löwenthal diese Aufgabe. Damit befand er sich, und zwar so lange er lebte, im Rahmen des antiextremistischen Konsenses, der kennzeichnend für die 1950er und 1960er Jahre war und seit etwa 1968 an Relevanz innerhalb von Politik und Wissenschaft verlor. Dass die Demokratie gerade auch von ihren Bürgern verteidigt werden müsse, brachte er bereits in seinem Abituraufsatz von 1946 zum Ausdruck. In der Tat erstaunlich früh! Nach einer verhältnismäßig kurzen „Lehrzeit“ gab er zu Beginn des Kalten Krieges die Berufsrolle des um Neutralität bemühten Berichterstatters zu einem erheblichen Teil auf und wandelte sich zu einem bewusst parteiischen (aber nicht parteigebundenen) Journalisten. Jetzt zählte für ihn der Einsatz für ein freies, demokratisches Berlin und für diejenigen, die in der Sowjetischen Besatzungszone und dem Ostteil Berlins keine bürgerlichen Rechte wahrnehmen konnten. Es ließe sich allerdings fragen, warum Löwenthal nicht schon im ersten Nachkriegsjahr die Nachteile sowjetischer Herrschaft wahrnahm (Plünderungen und Vergewaltigungen im April/Juni 1945, Beschlagnahmungen, willkürliche Verhaftungen). In der Bundesrepublik Deutschland fand Löwenthal die Freiheit als seinen wichtigsten Wert in befriedigendem Maße verwirklicht, er nahm den Staat als Rechtsstaat wahr und verteidigte ihn als Journalist insbesondere gegen den Terrorismus einschließlich der Sympathisanten in den 1970er Jahren, wobei der den Terrorismus als „abgeleitete Funktion“ (um es im Mathematikerdeutsch zu sagen) des Marxismus-Leninismus ansah.     

 

 

Stefan Winckler: Gerhard Löwenthal. Ein Beitrag zur politischen Publizistik der Bundesrepublik Deutschland. Berlin: Bebra Wissenschaft Verlag, 2011; 408 S., geb.; ISBN 978-3-937233-85-7; € 46,00.  

 

Das Buch kann über alle Buchgeschäfte und über amazon.de bezogen werden:  

 

http://www.amazon.de/Gerhard-L%C3%B6wenthal-politischen-Publizistik-Bundesrepublik/dp/3937233857/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1401362343&sr=8-1&keywords=winckler%2C+stefan

  

Blick ins Buch:

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Neuerscheinung im Dezember 2020

Wer ist nicht schon einmal auf der Autobahn A3 an Aschaffenburg vorbeigefahren, wer hat die Stadt noch nie im ICE durchquert? Dieses Buch will die 70.000-Einwohner-Stadt am bayerischen Untermain mit ihren liebenswürdigen Eigenheiten, sehenswerten Gebäuden und Gärten, Familien und Persönlichkeiten etwas genauer vorstellen. 

Der Blick auf Aschaffenburg lohnt sich: Ludwig I. von Bayern soll die Stadt das "bayerische Nizza" genannt haben - und hinterließ ihr den Nachbau einer prächtigen altrömischen Villa: das Pompejanum. Naherholung im Spessart und Odenwald bieten sich an, die Wirtschaft ist in guter Verfassung. 

Stefan Winckler: Kleines Aschaffenburg-ABC. Husum: Husum-Verlag, 2020. 141 S.; geb.; ISBN 978-3-89876-959-4; € 9,95.

  

Buchkritiken auf amazon.de    

Christian Redmann

5,0 von 5 Sternen "Quadratisch - praktisch - mehr als gut
Rezension aus Deutschland vom 15. Dezember 2020
Am Wochenende hatte ich Gelegenheit, mir ein Exemplar dieses Buches anzusehen und darin zu stöbern. Ich muss sagen, es ist rundum gelungen, was der akribischen Recherche des Autor zu verdanken ist. Aschaffenburg wird in seiner geschichtlichen Vielfalt wundervoll beschrieben. Hierbei ergänzen sich stimmungsvolle Bilder mit hochinformativen - nie langweiligen - Texten zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Fortsetzungen dringend erwünscht!" (Amazon)


Mahlitz - Stecher

5,0 von 5 Sternen Kleines Druckformat – dennoch „großes Format“
Rezension aus Deutschland vom 16. Februar 2021
Dieses „kleine ABC“ – wie es im Titel heißt – ist gedruckt in relativ kleinem Format. Was der Autor hier an Bild- und Textmaterial zusammengetragen hat, ist aber großes Format. Nach dieser Lektüre sieht man die Stadt Aschaffenburg mit anderen Augen.



  • id-3-89876-959-4
  • Blick vom Pompejanum über den Main. Auf der anderen Mainseite liegt der Volksfestplatz
    Blick vom Pompejanum über den Main. Auf der anderen Mainseite liegt der Volksfestplatz
  • Blick vom Pompejanum nach Süden zum Schloss.
    Blick vom Pompejanum nach Süden zum Schloss.
  • Schloss Johannisburg, die Zweitresidenz der Mainzer Kurfürsten.
    Schloss Johannisburg, die Zweitresidenz der Mainzer Kurfürsten.
  • Pompejanum. König Ludwig I. von Bayern ließ das Pompejanische Haus erbauen, um seinen Landsleuten ein Stück Italien an den Untermain zu holen.
    Pompejanum. König Ludwig I. von Bayern ließ das Pompejanische Haus erbauen, um seinen Landsleuten ein Stück Italien an den Untermain zu holen.



Der nächste Bildband ist bereits 2021 in Bearbeitung:  An der Fränkischen Saale. Ein Road Movie.

Darin widme ich mich den Schlössern, Burgruinen und Kurorten zwischen Gemünden am Main und dem Grabfeld: Bad Kissingen, Bad Neustadt sowie Hammelburg. 


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